Logistikzentrum ist gestoppt, neue Pläne für ein Datenzentrum

Nach jahrelangem Einsatz zieht die Stadt das Projekt zurück. Das neue Vorhaben mit Datencenter und Gewächshäusern wirft jedoch ebenso viele Fragen auf.

Villach, 8. Oktober 2026 – Die Umweltorganisation Rett‘ ma die Schütt hat einen entscheidenden Erfolg erzielt: Das geplante Logistikcenter Alplog Nord auf den Federauner Feldern ist gestoppt. Möglich wurde das erst nach jahrelangen Bemühungen und mit großem persönlichem und finanziellem Aufwand der Mitglieder.

Aufgrund der großen Unterstützung durch Spenden aus der Bevölkerung konnten die erheblichen Aufwendungen für Gutachter und Rechtsvertretung aufgebracht werden. Damit bekämpfte die Organisation die bereits erteilten Bescheide für die Stadt und für den Investor DLH und brachte das Verfahren bis vor den Verwaltungsgerichtshof. „Ohne diese Anstrengungen würden auf den Federauner Feldern inzwischen längst die LKWs rollen“, so die Organisation.

Bürgermeister zieht Projekt zurück
Nun hat der Bürgermeister das Logistikprojekt noch vor der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes zurückgezogen. Bei der Gemeinderatssitzung am 2. Oktober präsentierte er stattdessen ein neues Vorhaben: ein Datencenter mit Gewächshäusern. Nach Einschätzung von Rett‘ ma die Schütt ist dies der Versuch, ein neues Großprojekt mit unabsehbaren Folgen grünzuwaschen.

Weiterhin Einsatz für Naturraum und Bodenschutz 
Die anerkannte Umweltorganisation setzt sich entsprechend ihren Statuten dafür ein, Naturräume zu erhalten und wertvolle Böden vor der Versiegelung zu schützen.
Der Obmann Anton Dicketmüller erklärt dazu: „Mit der Natur kann man nicht verhandeln. Die Auswirkungen von Lärm, Licht und Abwärme auf die direkt angrenzenden Natura-2000-Gebiete am Fuße des Dobratsch lassen sich nicht schönreden. Daher setzen wir uns weiterhin mit aller Kraft dafür ein, dass die Federauner Felder in der Schütt erhalten bleiben.“ Laut WWF-Bodenreport liegt Kärnten 
bei der versiegelten Fläche pro Kopf mit 426 Quadratmeter nach dem Burgenland und Niederösterreich immer noch an 3. Stelle im negativen Spitzenfeld Österreichs.

Revitalisierung als Alternative
Rett‘ ma die Schütt verweist zudem auf eine Verpflichtung auf europäischer Ebene: Österreich drohen hohe Strafzahlungen, wenn die Vorgaben der Revitalisierungsverordnung (EU-Wiederherstellungsverordnung) nicht eingehalten und zu wenige Flächen revitalisiert werden.

Die Bürgerinitiative vertritt die Ansicht, dass die einstige Feuchtwiese mit Auwald besonders gut für die Umwandlung in eine solche Revitalisierungsfläche geeignet ist. Außerdem bleibt damit auch eine wichtige Pufferzone zum ältesten Naturschutzgebiet Kärntens erhalten, und bei Hochwasser der Gail wirken die Federauner Felder als ein natürlicher Rückstauraum, der die nachfolgende Region entlastet.

Rett‘ ma die Schütt wird die weitere Entwicklung genau beobachten und alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um den Naturraum zu schützen.

Weiters möchten wir euch auf folgenden Medienbericht hinweisen:
https://kaernten.orf.at/stories/3373674/

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