Höchstgericht entscheidet: Hochwasserfreistellung für Logistikzentrum Alplog Nord war nicht bewilligungsfähig
Verwaltungsgerichtshof weist Revision der Stadt Villach ab. „Vorabbewilligung” für vage Zukunftsprojekte nicht zulässig.
Villach, [23.10.2026] – Die Umweltorganisation Rett’ ma die Schütt hat vor dem Verwaltungsgerichtshof (VwGH) einen weiteren Erfolg erzielt. Das Höchstgericht wies die Revision der Stadt Villach gegen ein Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichts Kärnten ab. Damit bleibt die naturschutzrechtliche Bewilligung der Stadt Villach für Geländeabtragungen und -anschüttungen zur Hochwasserfreistellung des Areals aufgehoben.
Klare Aussage des Höchstgerichts
Nach Ansicht des VwGH kann eine Hochwasserfreistellung nicht für völlig vage und ungewisse künftige Projekte bewilligt werden. Das Kärntner Naturschutzgesetz kenne keine „Vorabbewilligung”. Die gesetzlich vorgeschriebene Interessenabwägung zwischen Gemeinwohl und Naturschutz sei nur möglich, wenn die konkreten Vorhaben bekannt sind, denen die Fläche dienen soll.
Die Stadt Villach hatte selbst erklärt, dass die Hochwasserfreistellung die unabdingbare Voraussetzung für das Logistikzentrum sei. Zugleich gab es, so das Verwaltungsgericht, „keine konkreten Projektierungen”. Die Stadt muss zudem die Verfahrenskosten ersetzen.
Bedeutung für das geplante Datencenter
Der Bürgermeister hat das Logistikprojekt inzwischen zurückgezogen und ein Datencenter mit Gewächshäusern angekündigt. Rett’ ma die Schütt sieht in dem Erkenntnis einen klaren Maßstab auch für dieses Vorhaben: Eingriffe in den Naturraum dürfen nicht auf Vorrat genehmigt werden, bevor feststeht, was tatsächlich gebaut werden soll.
Anton Dicketmüller von Rett’ ma die Schütt: „Das Urteil bestätigt, was wir von Anfang an gesagt haben: Wer in einen sensiblen Naturraum eingreifen will, muss den Gesamtplan offenlegen und alle möglichen Auswirkungen genau prüfen lassen. Wir sind überzeugt, dass auch das neue Projekt einer ordnungsgemäßen Umweltverträglichkeitsprüfung nicht standhalten kann.
Nächste Schritte
Rett’ ma die Schütt fordert die Stadt auf, die Pläne für Datencenter und Gewächshäuser vollständig offenzulegen. Die Organisation setzt sich weiter dafür ein, dass die Federauner Felder als Naturraum und natürlicher Hochwasserschutz erhalten bleiben. Eine Nutzung und damit Verbauung für industrielle Zwecke lehnt sie ab.
„Wir setzen uns weiterhin für die Renaturierung der Federauner Felder ein. Statt Beton und Emissionen wünschen wir uns eine wiedervernässte Wiese und Auwald. Ein von der EU gefördertes Naturschutzprojekt wäre auch eine Chance für das Naherholungsgebiet Schütt.“
